Comenius

Das Emmy-Noether-Gymnasium ist seit dem Schuljahr 2005/2006 eine Comenius Schule.

Comenius - wer ist das?

Dahinter verbirgt sich der tschechische Philosoph, Theologe und Pädagoge Johann Amos Comenius (1592 – 1670). Ein philosophischer Grundsatz seiner Pädagogik lautete „Omnes, omnia,omnino“ (Allen, alles, ganz oder Alle Menschen sollen alle Dinge der Welt vollständig erlernen dürfen). Revolutionär ist seine Forderung nach Bildung sowohl für Jungen als auch für Mädchen, Anschaulichkeit und Strukturiertheit des Unterrichts, Bezug des Unterrichts zum Alltag und vieles mehr. Viele seiner Prinzipien sind auch heute noch Bestandteile eines modernen Schulunterrichts. Er ist mit seinem Werk Didactica magna (Große Unterrichtslehre) auch der Begründer der Didaktik. Bei ihm stehen die Erziehung des Menschen zur Menschlichkeit unter Einsatz der eigenen Vernunft, zur Eigenverantwortung und Selbständigkeit im Mittelpunkt. Damit erweist er sich als würdiger Namensgeber für Comeniusprojekte. Zitat: „Schulen sind Produktionsstätten der Menschlichkeit, sofern sie bewirken, dass aus Menschen wirklich Menschen werden.“

Comeniusprojekt - was ist das?

Es ist der Name eines Projekts, das im Rahmen des europäischen Bildungsprogramms von der Europäischen Union ins Leben gerufen wurde und von ihr weitgehend finanziert wird.

Ziel dieses Projektes ist es
  • die Zusammenarbeit der Schulen auf gesamteuropäischer Ebene zu fördern
  • die fremdsprachliche Kompetenz der Schüler durch den Kontakt mit Jugendlichen aus verschiedenen Ländern zu stärken
  • den vertieften Umgang mit den neuen Medien und projektorientiertes Arbeiten zu ermöglichen
  • und die beteiligten Schülerinnen und Schüler für ein friedliches Miteinander in Europa zu sensibilisieren.
Voraussetzung für eine Teilnahme an diesem EU-Programm ist die Zusammenarbeit von mindestens 3 europäischen Schulen, wobei auch Schulen aus „Kandidaten“ Ländern teilnehmen dürfen. (Allerdings auch ein sehr zeitraubender und mühsamer Bewerbungsmarathon, der das Vorurteil von der Bürokratie in Brüssel leider bestätigt!)

Zusammenarbeit bedeutet konkret die Bearbeitung eines gemeinsamen Themas, das allen beteiligten Schulen am Herzen liegt. Der Kontakt soll über E-Mail, evtl. auch in Chatrooms oder durch Videokonferenzen gepflegt und durch Schulbesuche in den jeweiligen Ländern gefestigt werden.

Die Dauer eines Projekts erstreckt sich über maximal 3 Jahre.

Das Emmy – Noether - Gymnasium hat nun im Schuljahr 2005/06 erstmals an einem solchen Projekt teilgenommen. Unsere Partnerschulen sind die Don Bosco Schule in Belgien, The Priory LSST in Lincoln/England, das Gymnázium Vižcov in der Tschechischen Republik und das Barnabasgymnasium in Nicosia/ Zypern.

Das Thema unserer gemeinsamen Projektarbeit lautet:

To see ourselves as others see us (Robert Burns)
Uns mit den Augen der anderen sehen


Es geht dabei in erster Linie um Eigenbild und Fremdbild, (wie wirken wir als Deutsche auf andere? wie wirken andere auf uns,?), um den Respekt vor der Identität der anderen und um das Erkennen der eigenen Identität, woraus eiu Miteinander erwachsen kann.

Bisher erarbeitete oder noch in Arbeit befindliche Teilprojekte sind:
  • Erstellung eines Videofilms und eine Fragebogenaktion in verschiedenen Klassenstufen mit dem Ziel, festzustellen, welche Kenntnisse die Schülerinnen und Schüler ( auch einige Eltern und Lehrer!) von den Partnerländern haben
  • Anfertigung eines Posters zum jeweiligen Partnerland mit spontanen Ideen (was stelle ich mir vor, wenn ich an Belgien, England, Tschechien, Zypern denke) und Versand an unsere Partner – auch wir erhalten aus jedem Land ein „Deutschlandbild“
  • Ausstellung der Poster und Ergebnisse anderer Comenius Aktivitäten in einem extra angeschafften Schaukasten
  • Vorstellung unserer Schule in einer PowerPoint Präsentation
    (A typical day in a German school)
  • Wir beschäftigen uns mit den Clichés, die uns in den Postern aufgezeigt worden sind: sind wir Deutsche wirklich so? Möchten wir so gesehen werden?
Der Höhepunkt unseres diesjährigen Projektjahres wird – nach einem vorbereitenden Treffen der beteiligten Kollegen aus allen Partnerschulen in Zypern im Oktober 2005 – sicherlich der Projektbesuch in England im April 2006 sein, an dem auch Schüler als sog. Projekt-botschafter teilnehmen werden. Wir verknüpfen (dank der Gastfreundschaft unserer englischen Kollegen!) diesen Besuch mit einer Studienfahrt für den Leistungskurs Englisch und ich denke, dass sich den meisten Teilnehmern hierbei deutlich zeigen wird (und beim Erarbeiten der Präsentationen auf Englisch auch schon gezeigt hat – mancher Schweißtropfen wurde hier vergossen!), wie wichtig das Erlernen und der richtige Gebrauch einer Fremdsprache ist, wenn sie vor Ort (und vor einem großen englischen Publikum!) die Ergebnisse ihrer Projektarbeit präsentieren werden, aber auch, wenn sie im Kontakt mit vielen anderen jungen Menschen das Zusammenwachsen von Europa hautnah erleben können.

Für das nächste Jahr haben wir einen Erneuerungsantrag gestellt, planen für Oktober 2006 das Projekttreffen am Emmy-Noether-Gymnasium und freuen uns auf unsere Gäste aus vier europäischen Ländern. Wir hoffen auf rege Beteiligung und Unterstützung aus der ganzen Schulfamilie. Schauen Sie doch einfach mal auf der Homepage der Schule vorbei.

Gertraud Lohse, Michael Hörauf, Anja Trompke
Weitere Informationen
Links zu den Webseiten der Partnerschulen:
Apostolos Varnavas Lyceum - Nicosia/Cyprus
The Priory LSST Lincoln/England, United Kingdom
Gymnázium Vižcov/Czech Republic

© Emmy-Noether-Gymnasium Erlangenzurück